Neue Kennzeichnung für Lebensmittel: Neun von zehn Deutschen gefällt der Nutri-Score

PwC-Verbraucherumfrage: 85 Prozent wünschen eine verpflichtende Lebensmittelampel / Jeder Zweite hat aufgrund der Nährwertangaben ein Produkt nicht (mehr) gekauft / Für 37 Prozent kommen Lebensmittel ohne Nutri-Score nicht in den Einkaufskorb.

Ab November findet man auf Lebensmittelverpackungen im deutschen Einzelhandel eine neue Kennzeichnung: Den Nutri-Score, auch als Lebensmittelampel bekannt. Die fünfstufige Farb- und Buchstabenskala soll die Verbraucher dabei unterstützen, die Nährwertqualität von verarbeiteten Lebensmitteln zu vergleichen und dadurch das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung erhöhen.

In der Bevölkerung stößt das Konzept auf große Zustimmung: 89 Prozent der Verbraucher finden die neue Kennzeichnung gut. 85 Prozent sind sogar der Meinung, dass die Kennzeichnung auf allen verarbeiteten Lebensmitteln und alkoholfreien Getränken in Deutschland verpflichtend sein sollte – noch ist die Kennzeichnung für die Hersteller freiwillig.Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Befragung im Auftrag von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) unter mehr als 1.000 deutschen Verbrauchern zwischen 16 und 69 Jahren, deren Alters- und Geschlechtsverteilung repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ist.

“Die überwältigende Mehrheit der Deutschen begrüßt den Nutri-Score. Darüber hinaus wünschen sich die meisten, dass er für alle Hersteller verpflichtend sein sollte. Um dem Bedürfnis der Verbraucher nach Transparenz und Orientierung in Sachen Ernährung und Gesundheit nachzukommen, empfehlen wir allen Lebensmittelherstellern, ihre Produkte mit dem Nutri-Score zu kennzeichnen”, kommentiert Dr. Christian Wulff, Leiter des Bereichs Handel und Konsumgüter bei PwC Deutschland.

Die Mehrheit kennt und versteht den Nutri-Score

71 Prozent der deutschen Verbraucher ist der Nutri-Score ein Begriff. Knapp drei Viertel von ihnen schätzen auch richtig ein, dass die Farbskala über die Nährwerte informiert (72 Prozent). Aber es besteht noch Aufklärungsbedarf, was der Nutri-Score leistet – und was nicht: Immerhin ein Drittel denkt, dass die Kennzeichnung eine Aussage über die Nachhaltigkeit eines Produkts trifft; knapp jeder Vierte (23 Prozent) geht davon aus, dass die Farbskala Hinweise auf die Haltbarkeit des Produkts gibt.

In jedem Fall kann die Kennzeichnung das Vertrauen der Verbraucher in ein Produkt stärken: 36 Prozent sind der Meinung, dass der Nutri-Score das Vertrauen in ein Produkt grundsätzlich erhöht. 41 Prozent denken, dass die Kennzeichnung das Vertrauen steigert, jedoch erst ab einem bestimmten Wert. Aus Sicht der Befragten sorgt insbesondere eine dunkel- oder hellgrüne Bewertung (A und B) für Vertrauen.

Nährwertangaben beeinflussen Kaufentscheidungen

Und auch auf die Kaufentscheidungen der Verbraucher haben Informationen zum Nährwert unmittelbare Auswirkungen: Über die Hälfte der Befragten (55 Prozent) hat bereits aufgrund der Nährwertangaben auf der Produktverpackung ein Produkt nicht (mehr) gekauft. In Bezug auf den Nutri-Score zeigt die Umfrage: 36 Prozent der Befragten würden ein Produkt mit einer orangefarbenen Kennzeichnung (D) nicht kaufen und 22 Prozent bereits bei einer gelben Kennzeichnung (C) vom Kauf absehen.

“Das gilt besonders für die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen, in der das Bewusstsein für Gesundheit und Ernährung stark ausgeprägt ist. Die junge Generation macht ihre Kaufentscheidungen immer häufiger auch von solchen Aspekten abhängig. Diesen Bewusstseinswandel müssen die Hersteller berücksichtigen. Der Nutri-Score wird damit zum Innovationstreiber für neue Rezepturen und Produkte”, so die Einschätzung von Christian Wulff.

Nutri-Score genießt Vertrauensvorschuss

Obwohl der Nutri-Score neu ist, genießt er einen großen Vertrauensvorschuss bei den Verbrauchern: Zwei von drei Konsumenten wären verunsichert, wenn ein Hersteller den Nutri-Score nicht nutzt, würden deshalb aber noch nicht aufhören, die Produkte zu kaufen. Gut ein Drittel würde allerdings einen Schritt weiter gehen: 37 Prozent der Befragten gaben an, künftig keine Produkte ohne Lebensmittelampel mehr kaufen zu wollen. “Auch wenn die Kennzeichnung nur freiwillig ist, führt für die Lebensmittelhersteller kein Weg an Ihr vorbei. Wer Produkte im grünen Ampelbereich herstellt, wird damit auch werben. Produkte ohne Nutri-Score werden dann vom Verbraucher automatisch mit einer roten Ampel gleichgesetzt”, prognostiziert Christian Wulff.

Über PwC:

PwC betrachtet es als seine Aufgabe, gesellschaftliches Vertrauen aufzubauen und wichtige Probleme zu lösen. Mehr als 276.000 Mitarbeiter in 157 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei. Die Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere der rechtlich selbstständigen Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter www.pwc.com/structure.

Pressekontakt:

Martin Krause
PwC Communications
Tel.: (0211) 981 – 1657
E-Mail: m.krause@pwc.com

presseportal.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.