Startup Ucar übernimmt – Borgward hält an Expansionsplänen in Deutschland fest

Der Autobauer Borgward hält trotz einiger Hürden und Verzögerungen an seiner Strategie und den Plänen für ein Werk in Deutschland fest. Mittlerweile hat der chinesische Konzern einen neuen Besitzer.

Seit dem Marktstart im vergangenen Sommer habe sich an den Deutschland-Plänen nichts geändert, betonte ein Sprecher. Man sei zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Geschäfte. Ob und wann Borgward mit dem geplanten Bau einer Produktionsstätte in Bremen beginnen kann, ist allerdings immer noch unklar.

Auch das „Brand Center“ am Hauptsitz in Stuttgart, wo die wiederbelebte Marke ihre Autos präsentieren will, wurde entgegen den ursprünglichen Plänen noch nicht eröffnet. Zudem hat mit Xiuzhan Zhu erst im November ein neuer Chef sein Amt angetreten.

Werk in Bremen nach wie vor nicht fix

Zum Jahresende ist die seit April 2017 bestehende Reservierung für eine 140.000 Quadratmeter große Fläche im Güterverkehrszentrum Bremen ausgelaufen, so dass nun auch andere Interessenten wieder zum Zuge kommen könnten. Aus Sicht von Borgward ändere das aber nichts. „Wir sind mit Bremen im Austausch“, hieß es. Ein Sprecher des Bremer Wirtschaftssenators sagte, es sei klar gewesen, dass Reservierungen nicht ewig bestehen könnten. Aber: „Die Tür für Borgward bleibt offen.“

Ucar übernimmt

Borgward war einer der bekanntesten Autohersteller Deutschlands, ging aber Anfang der 1960er Jahre pleite. Christian Borgward, Enkel des Firmengründers, belebte die Marke wieder. Sie gehörte zum Lastwagenhersteller Foton aus China, wo die Autos bisher auch produziert werden. Seit dem vergangenen Sommer sind sie auch in Deutschland zu kaufen – einzig über einen Online-Vertrieb ohne eigene Autohäuser oder Werkstätten. Mittlerweile gab es einen Besitzerwechsel bei Borgward, wie die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet: Das chinesische Unternehmen Ucar hat die von Foton angebotene Beteiligung übernommen. „Der neue Mehrheitseigner Ucar betreibt eine Internetplattform, auf der Autos verkauft werden. Das chinesische Unternehmen betreibt auch einen Fahrdienstservice nach dem Muster des US-Unternehmens Uber“, so die Zeitung.

Den Service für die in Deutschland verkauften Borgwards übernimmt die bundesweit vertretene Werkstattkette ATU. Die Kooperation sei gut gestartet, hieß es von dort. „Bisher gab es nur wenige Servicefälle, die jedoch für die Kunden professionell und vereinbarungsgemäß bearbeitet werden konnten“, berichtete ein ATU-Sprecher. Die Zusammenarbeit solle schrittweise wachsen.

Etwa 110.000 Autos hat Borgward nach eigenen Angaben bisher insgesamt in 20 Ländern verkauft. Angaben zum Absatz in Deutschland will die Firma nicht machen, die zum Start einzig erhältliche limitierte Version des Stadtgeländewagens BX7 sei mittlerweile aber ausverkauft – eine niedrige dreistellige Zahl. Nun werde das Standardmodell des BX7 angeboten. Anfang kommenden Jahres soll die kleinere Variante BX5 folgen, in der zweiten Jahreshälfte ein elektrisch betriebener SUV. Das erste Modell, der BX7, ist ein großes SUV mit Allradantrieb, das abgesehen von einem wenig beeindruckenden Benzinmotor und einigen fehlenden Assistenzsystemen einen mit koreanischen, japanischen oder deutschen Marken vergleichbaren Standard erreicht. Ziel der Chinesen ist es, den fehlenden Vorsprung beim Motor künftig durch den Einsatz von Elektroantrieben zu kompensieren.

Elektro-SUV ab 2019

Für das Werk in Bremen bräuchte Borgward die Zustimmung aus China, die bislang aber nicht vorliegt. Eigentümer Foton will sich zudem von zwei Dritteln des Unternehmens trennen und sucht einen Investor, wie der Borgward-Sprecher bestätigte. 2017 hatte das Unternehmen angekündigt, mit dem Bau des Montagewerks bis Anfang 2018 zu beginnen, geplanter Produktionsstart war 2019. Beim Marktstart im Sommer war dann kein konkreter Zeitpunkt mehr genannt worden.

Dass das „Brand Center“ noch nicht geöffnet sei, liege an unerwartet umfangreichen Bauarbeiten. „Das hat uns Zeit gekostet“, erklärte der Sprecher. Nun soll es in der ersten Hälfte 2019 so weit sein.

 

Quelle: Focus

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